Nein! – sagt die Basis
In NRW will sich KölnRheinRuhr – 17 Städte zwischen Köln/Aachen im Südwesten und Dortmund/Gelsenkirchen im Nordosten – um die olympischen Sommerspiele ab 2036, 2040, 2044 bewerben. Mit insgesamt 14 Millionen angepeilten Tickets will man hier einen absoluten Spitzenwert erreichen, mit dem angeblich „kompaktesten“ Olympia-Konzept. So viel zur Theorie…
Hierzu wird am 19. April dieses Jahres ein „Ratsbürgerentscheid“ in allen teilnehmenden Städten durchgeführt werden, mit dem die Bürgerinnen und Bürger für oder gegen die Bewerbung ihrer Stadt entscheiden können.
Für die Spiele sprechen nur viele schöne Bilder für drei Wochen. Dagegen jedoch spricht die fast überall bestehende desolate Finanzlage. Fast alle Städte sind schon heute vollkommen überschuldet.
In Köln gibt es aufgrund jeder Menge unprofessionell umgesetzter Großprojekte bereits einen riesigen Schuldenberg von mehreren Milliarden. Besonders hervorzuheben sind die Nord-Süd-Stadtbahn (630 Mio. € geplant – bis heute 1,1 Mrd. €), die Oper (253 Mio. € geplant – bis heute 1,5 Mrd. €) und die Mülheimer Brücke (116 Mio. € geplant – bis heute 500 Mio. €). Die letzten olympischen Spiele in Paris kosteten circa 6,6 Mrd. €. Auf Kölner Verhältnisse und die „kompetente“ Planung hochgerechnet käme man auf rund 20 Mrd. €, wovon Köln als „Leading City“ für ein Drittel der Kosten aufkommen müsste. Je Einwohner sind dies über 6.500 € Schuldenlast, vom Baby bis zum Greis. Und dabei hat noch niemand ein Anrecht auf den Besuch einer einzigen Veranstaltung erworben.
Unserer Auffassung nach hat eine Stadt ganz anderen Aufgaben für ihre Bürger zu erfüllen, bevor man an die Austragung von olympischen Spielen denken kann:
- Sozialer Wohnungsbau und erschwingliche Mieten
- Gesundheitssystem – Erhalt von Krankenhäusern anstelle von Schließungen
- Ausbau des ÖPNV
- Sanierung der innerstädtischen Straßen
- Sanierung und Ausbau der Schulen und Kindertagesstätten
- Ausreichende Unterstützung für Hilfebedürftige und Obdachlose
Solange sich bei den vorstehenden Punkten in Köln keine deutlichen Verbesserungen abzeichnen, für welche heute schon viel zu wenig Geld zur Verfügung gestellt wird, sind weitere immense Ausgaben unverantwortlich.
Stimmt deshalb beim Bürgerratsentscheid Olympiabewerbung mit NEIN!
