Kein Umbau des Gesundheitswesens in ein Kriegswesen!

Stellungnahme des Stadtverbands Köln der Partei dieBasis mit den AGs Frieden, Gesundheit und Kommunalpolitik

Der Stadtverband Köln der Partei dieBasis lehnt die zunehmende Militarisierung des Gesundheitswesens entschieden ab. Wir sehen darin einen gefährlichen Paradigmenwechsel: weg von der Fürsorge für Kranke und Schwache hin zu einer Vorbereitung auf Krieg und Massenverletzte. Das Gesundheitswesen darf kein Anhängsel der Sicherheits- und Militärpolitik werden. Es muss dem Menschen dienen – nicht geopolitischen Abenteuern.

Kein Kriegskrankenhaus in Köln

Besonders alarmierend sind die Pläne für den Gesundheitscampus Merheim. Während reguläre Krankenhausbetten in Köln abgebaut werden sollen (u.a. durch Schließung des Krankenhauses Holweide und des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße), soll unter dem neuen Campus eine unterirdische „Pop-up-Intensivstation“ in einer Tiefgarage entstehen – ausgelegt für bis zu 600 Betten im Katastrophen- oder Kriegsfall. Diese Einrichtung orientiert sich am israelischen Modell und ist explizit für Szenarien wie Massenanfall von Verletzten (MANV), Krieg oder große Krisen konzipiert.

Eva Gürster vom Einladerkreis der Initiative gegen die Krankenhausschließungen in Köln, die zur Kundgebung am 30. Mai 2026 am symbolträchtigen Ort der unterirdischen Kriegsklinik aufgerufen hat, formuliert es so: „Dieses Projekt treibt den Richtungswechsel in der Krankenhauspolitik auf die Spitze: Die politisch gewollte Unterfinanzierung unserer Krankenhäuser, unter der auch die Kölner Kliniken seit Jahren leiden,  jetzt noch gekoppelt und verschärft durch die sinnlose und gefährliche Verpulverung von Milliarden für die Kriegsertüchtigung des Gesundheitswesens.“ (https://erhalt-krankenhaus-koeln-holweide.blogspot.com)

Wir fragen: Warum werden zivile Kapazitäten abgebaut, während gleichzeitig Bunker-Kapazitäten für Kriegsszenarien geschaffen werden? Das ist keine vernünftige Krisenvorsorge, sondern eine Umwidmung des Gesundheitswesens zu einem logistischen Baustein militärischer Planungen. Die Bürgerinnen und Bürger Kölns verdienen eine gute, wohnortnahe medizinische Versorgung im Alltag – keine Vorbereitung darauf, als „Durchmarschgebiet“ der NATO zu dienen.

Bundesweiter Paradigmenwechsel: Von Sozial- zu Sicherheitsbereich

Diese Kölner Pläne sind kein Einzelfall. Auf Bundesebene plant die Regierung ein „Gesundheitssicherstellungsgesetz“, das das Gesundheitswesen explizit auf den Verteidigungs- und Bündnisfall ausrichten soll. Verantwortlichkeiten verschieben sich vom Sozial- zum Sicherheitsbereich. Krankenhäuser sollen zivile Versorgung mit der Aufnahme von Bundeswehr- und NATO-Verletzten kombinieren.

Dieser Umbau folgt so genannten NATO-Resilienz-Zielen, die weit über klassische Verteidigung hinausgehen und zivile Bereiche wie Gesundheit, Energie und Kommunikation erfassen. Kritiker wie der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring haben diese Entwicklung analysiert. Häring beschreibt, wie geheime NATO-Vorgaben die Politik der Mitgliedstaaten steuern und eine Militarisierung ziviler Strukturen vorantreiben. Er sieht darin eine schleichende Unterordnung demokratischer Entscheidungsprozesse unter militärische Logik – einschließlich Einfluss auf Gesundheitspolitik.

dieBasis teilt diese Kritik: Statt Milliarden in Bunker und Kriegsvorbereitung zu stecken, muss das Geld in echte Prävention, Personalaufstockung, gute Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und eine wohnortnahe Versorgung fließen. Eine Militarisierung des Gesundheitswesens zerstört das Vertrauen der Bevölkerung und lenkt von den eigentlichen Problemen ab – Personalmangel, Überlastung und Fehlanreize im System der diagnosebezogenen Fallgruppen.

Unsere Forderungen als dieBasis Köln

  • Keine Umwidmung von Krankenhäusern zu Kriegsstützpunkten. Merheim muss Zivilkrankenhaus bleiben
  • Das Gesundheitssicherstellungsgesetz in der beabsichtigten Form muss gestoppt werden
  • Vorrang für Sozialleistungen insbesondere im Gesundheitswesen, nicht für Krieg.
  • Offenlegung aller NATO-Resilienz-Vorgaben und ihrer Umsetzung in NRW und Köln
  • Friedenspolitik statt Kriegsvorbereitung
  • Keine Militarisierung aller Lebensbereiche, stattdessen friedenstiftende, völkerrechtliche Neutralität Deutschlands

dieBasis steht für Basisdemokratie, Frieden, Freiheit und Menschlichkeit. Wir rufen alle Kölnerinnen und Kölner auf, sich der schleichenden Militarisierung entgegenzustellen. Gesundheit ist ein Grundrecht – kein Instrument der Kriegstüchtigkeit.

Reaktionen auf die Erklärung „Kein Umbau des Gesundheitswesens in ein Kriegswesen!“:

Seeeehr gut, wir werden für Verbreitung Eurer Erklärung sorgen.

Großen Dank für die Unterstützung der Initiative in dieser existenziell wichtigen Sache.

Teilt doch diesen Horror in ein paar kurzen kräftigen Sätzen auf X. Da haben wir eine große Reichweite von Leuten, die das unterstützen und auch weitergeben.

danke für eure Nachricht und euer Engagement in Sachen Frieden. Die BSW-Ratsgruppe ist sehr aktiv gegen die Kriegsertüchtigung des Kölner Gesundheitswesens, Ratsfrau Lidija Rukavina hat hierzu mehrfach im Rat gesprochen. (BSW-Ratsgruppe)

Danke für die Berücksichtigung. Katastrophenvorsorge ist für uns keine Kriegstreiberei. Bitte nehmen Sie uns aus dem Verteiler für mails in dieser Sache. (GUT & KLIMA FREUNDE Köln)

Wir danken Ihnen für Ihre Zuschrift und die darin zum Ausdruck gebrachte Sorge um die Entwicklung des Gesundheitswesens… Aus Sicht der Volt-Fraktion ist eine stärkere Zentralisierung und koordinierte Bündelung gesundheitlicher Leistungen ein wichtiger und notwendiger Schritt, um Versorgungssicherheit und die Qualität zu verbessern… Dazu gehört auch, vorhandene Ressourcen so zu organisieren, dass sie im Alltag wie im Ernstfall bestmöglich eingesetzt werden können. Gerade angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und zunehmenden Anforderungen an die Versorgung ist es sinnvoll, Kapazitäten nicht nur dezentral, sondern auch strategisch zu bündeln und weiterzuentwickeln. Ihre Sorge vor einer möglichen „Militarisierung“ können wir in dieser Form nicht nachvollziehen. (VOLT-Ratsfraktion)

Die Überlegungen der Kliniken der Stadt Köln, unter dem geplanten Neubau in Köln Merheim eine Tiefgarage zu bauen, die in ein unterirdisches Krisenzentrum umgebaut werden kann, ist ein sehr vernünftiger Plan. Der Neubau stellt die einmalige Chance dar, für die Menschen in der Region eine Versorgungsmöglichkeit zu schaffen, falls es einmal zu einem „Massenanfall“ von Verletzten kommt. Das kann bei einer Naturkatastrophe, einem Terroranschlag, einem Bus- oder Zugunglück und auch im Kriegsfall sein. Dieser Plan dient ausschließlich der Vorsorge für die Bevölkerung in der Region. Eine variable Intensivstation zu bauen ist kein „Kriegswesen“, wie Sie schreiben… Wenn es zum Bau dieser variablen Intensivstation kommen sollte, wird das nicht zulasten der Menschen in der Region sein, sondern zum Wohle und zur Vorsorge der Menschen. (GRÜNEN-Ratsfraktion)

Ihre Mail vom 06.06.26 haben wir dankend erhalten und zur Kenntnis genommen. (FDP-Ratsfraktion)

bene.swiss bezeichnet das, was sich in Köln zeigt, als Warnung für die Schweiz für den Fall, dass sie ihre Neutralität aufgeben sollte: „In Köln werden reguläre Krankenhäuser geschlossen, während gleichzeitig unter dem neuen Gesundheitscampus Merheim eine unterirdische Bunker-Intensivstation für 600 Betten entsteht — ausgelegt für Kriegs- und Katastrophenszenarien, am israelischen Militärmodell orientiert. Auf Bundesebene folgt das geplante «Gesundheitssicherstellungsgesetz»: Krankenhäuser sollen künftig zivile Versorgung mit der Aufnahme von Bundeswehr- und NATO-Verletzten kombinieren. Verantwortlichkeiten wandern vom Sozial- in den Sicherheitsbereich. Das ist die Logik der NATO-Resilienz-Ziele, die — wie Wirtschaftsjournalist Norbert Häring belegt — geheim in nationale Politik übersetzt werden und demokratische Entscheidungsprozesse militärischer Planung unterordnen… Das Gesundheitswesen ist dabei nur der sichtbarste Gradmesser: Wo Fürsorge der Kriegstüchtigkeit weicht, ist der Paradigmenwechsel bereits vollzogen.“ (https://bene.swiss/neutralitat-aufgeben-und-dann-was-deutschlands-krankenhauser-der-schweiz-zeigen)